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379 neue Wohnungen in Bielefeld genehmigt

Halbjahresbilanz: IG BAU fordert mehr Personal für Bauämter


Bielefeld, 28.08.2018
Gebremster Bau-Boom: Zwischen Januar und Juni wurde in Bielefeld der Neubau von
379 Wohnungen genehmigt. Das sind 43,8 Prozent weniger als im ersten Halbjahr des
vergangenen Jahres, wie die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) mitteilt. Die
Gewerkschaft beruft sich dabei auf neueste Zahlen des Statistischen Bundesamts.

Investitionen von insgesamt 56,8 Millionen Euro planen demnach die Bauherren in
Bielefeld, um aus den erteilten Genehmigungen neue Wohnungen zu machen. Die
IG BAU Ostwestfalen-Lippe sieht jedoch Luft nach oben. „Viele Sozialwohnungen sind
aus der Preisbindung gefallen – und jetzt mit deutlich höherer Miete auf dem Markt.
Gegen den Schwund bei Sozialmietwohnungen und gegen den Mangel an
bezahlbaren Wohnungen hilft nur eins: bauen, bauen, bauen“, sagt Bezirksvorsitzende
Sabine Katzsche-Döring.

Erschwert werde das Bauen und Planen allerdings durch fehlendes Personal in den
Bauämtern. Nach IG BAU-Angaben sank die Zahl der Beschäftigten in den
kommunalen Baubehörden in Nordrhein-Westfalen zwischen 1995 und 2010 um
43 Prozent – zwischen 2011 und 2016 dann noch einmal um weitere 5 Prozent. Das
hat eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW)
herausgefunden. Danach kamen auf 1.000 Einwohner in Nordrhein-Westfalen zuletzt
lediglich rund 0,8 Vollzeit-Beschäftigte in den Bauverwaltungen.

„Der jahrelange Personalabbau in den Ämtern rächt sich in Zeiten einer anziehenden
Baukonjunktur besonders“, sagt Katzsche-Döring. Engpässe bei der Planung und
Genehmigung führten dazu, dass wichtige Bauprojekte verschleppt würden. Das
betreffe auch die kommunale Infrastruktur – wie den Bau von Schulen, Straßen und
Krankenhäusern.

Laut DIW geben Städte und Gemeinden im Schnitt 85 Prozent ihrer Investitionen für
Bauten aus. „Mangelnde Planungskapazitäten haben daher enorme Auswirkungen auf
das Bauen vor Ort“, so Katzsche-Döring. Deshalb sei ein Großteil der Kämmerer auch
weiterhin skeptisch, was den Abbau des Investitionsrückstands angehe. Nach einer
Umfrage des aktuellen KfW-Kommunalpanels rechnen nur 32 Prozent der Kämmerer
damit, den Rückstand bei der Verkehrsinfrastruktur in den nächsten fünf Jahren
abzubauen – trotz einer guten finanziellen Entwicklung in den meisten Kommunen.
68 Prozent erwarten, dass der Investitionsstau gleich bleibt oder anwächst.